Kontaktabbruch: Mutter trotzdem zum Geburtstag gratulieren?

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Der Geburtstag deiner Mutter steht an und obwohl du den Kontakt abgebrochen hast, taucht plötzlich wieder dieser Gedanke auf: 

Sollte ich ihr nicht vielleicht wenigstens kurz gratulieren?

Nur eine kurze WhatsApp, nichts großartig Ausformuliertes, einfach ein „Alles Gute zum Geburtstag“, schließlich ist es ja ihr Geburtstag und das macht “man” doch so.

Genau hier lohnt es sich, nicht vorschnell zu handeln, also Props an dich, dass du dich erst mal informierst, bevor du etwas tust, was dich ohne es zu wissen kilometerweit zurückwirft.

Denn die Frage, ob du deiner Mutter trotz Kontaktabbruch gratulieren solltest, ist keine Frage von Höflichkeit oder Anstand, sondern von Grenzen, Selbstschutz und davon, mit welcher Motivation du überhaupt den Kontakt abgebrochen hast.

TL;DR (Kurzantwort):

Wenn du den Kontaktabbruch ernst gemeint und aus der richtigen Motivation durchgeführt hast, solltest du deiner Mutter nicht zum Geburtstag gratulieren.

Wenn du dir trotz Kontaktabbruch unsicher bist, ob du ihr gratulieren solltest, ist das kein Zeichen dafür, dass du „aus Anstand gratulieren“, sondern dafür, dass du deine Entscheidung zum Kontaktabbruch grundsätzlich noch einmal überprüfen und nicht nur diesen einen Tag isoliert betrachten solltest.

Inhaltsverzeichnis

Was nämlich leicht übersehen wird ist, dass ein Kontaktabbruch keine kleine symbolische Handlung ist, sondern eine sehr klare Grenze, die du aus einem bestimmten und wahrscheinlich sehr guten Grund gesetzt hast.

Das war im besten Fall keine spontane Idee und entgegen landläufiger Meinung aller toxischen Mütter liegt es auch nicht daran, dass sie dir den Apfel mal falsch geschnitten hat, als du 7 warst. 

In den meisten Fällen war dieser Schritt notwendig, um dich selbst zu schützen, weitere Traumatisierungen zu verhindern, dein Nervensystem zu beruhigen und überhaupt erst die Möglichkeit zu schaffen, dass Heilung stattfinden kann.

Wenn du also an einem einzelnen Tag wie dem Geburtstag deiner Mutter plötzlich darüber nachdenkst, diese Grenze temporär wieder aufzuweichen, dann geht es nicht nur um diesen einen Geburtstagsgruß oder diesen bestimmten Tag.

Es geht darum, ob du bereit bist, die Entscheidung, die du für dich getroffen hast, in ihrer Konsequenz auch wirklich zu tragen.

Warum du überhaupt darüber nachdenkst

Die wenigsten Menschen stellen sich diese Frage aus dem Nichts heraus. Es ist nicht so, dass du monatelang komplett klar warst in deiner Entscheidung zum Kontaktabbruch und dann plötzlich zufällig am Geburtstag deiner Mutter denkst: Ach komm, warum eigentlich nicht mal wieder auf die heiße Herdplatte packen, um sicherzugehen, dass sie wirklich immer noch heiß ist.

In den allermeisten Fällen gibt es sehr konkrete Gründe dafür, warum dieser Gedanke genau an ihrem Geburtstag auftaucht.

Schuldgefühle

Ein Klassiker sind Schuldgefühle.Die melden sich oft nicht im Alltag, sondern genau an solchen symbolischen Tagen, an denen gesellschaftlich ganz klar vorgegeben ist, wie man sich als brave Tochter zu verhalten hat. Geburtstage, Weihnachten, Muttertag. Tage, an denen plötzlich wieder diese unausgesprochenen Regeln greifen, die du dein ganzes Leben lang verinnerlicht hast, solange das toxische Familiensystem dich fest in seinen Fängen hatte. Man meldet sich, gratuliert höflich mit den richtigen Worten und zeigt damit, dass man ein “liebes Mädchen” ist. 

Und selbst wenn du rational längst weißt, warum du den Kontakt abgebrochen hast, bedeutet das nicht, dass diese Konditionierung einfach verschwunden ist. Die sitzt tief und genau solche Anlässe sind wie ein Triggerbutton, der sie zuverlässig wieder aktiviert.

Kontaktabbruch war gar kein echter Kontaktabbruch

Ein anderer Grund kann sein, dass dein Kontaktabbruch gar kein klarer, konsequenter Kontaktabbruch ist.

Viele bewegen sich in einem Zwischenbereich, in dem sie zwar denken und sagen, sie hätten den Kontakt abgebrochen, faktisch reagieren sie aber immer wieder auf Kontaktanbahnungen der Mutter, melden sich sogar selbst bei ihr oder sind zumindest gedanklich permanent bei der Mutter. Das entspricht aus fachlicher Sicht also keinem Kontaktabbruch (No Contact) sondern Low Contact. 

In so einer Dynamik ist die Frage nach dem Geburtstagsgruß fast schon logisch, weil die Grenze nie wirklich stabil war und die Kommunikation nie wirklich geendet hat.

Kontaktabbruch ist eigentlich Silent Treatment

Und dann gibt es noch eine Motivation, die deutlich problematischer ist, auch wenn sie auf den ersten Blick nachvollziehbar wirkt. Nämlich der Kontaktabbruch in der Hoffnung, dass sich die Mutter dadurch verändert. 

Der von Gedanken oder Aussagen getrieben ist wie…

“Dann merkt sie vielleicht mal, was sie verloren hat”

“Sie kann sich melden, wenn sie bereit ist, ihre Fehler einzusehen und sich aufrichtig zu entschuldigen”

“Vielleicht kommt sie dann ja endlich mal zur Vernunft und merkt was schief läuft”

Das Problem dabei ist, dass das kein echter Kontaktabbruch ist, sondern im Kern eine Strategie, die auf eine Änderung beim Gegenüber abzielt.

Und damit bewegst du dich sehr nah an genau dem Muster, das du eigentlich hinter dir lassen willst, denn das ist nichts anderes als eine Form von Silent Treatment, also ein Rückzug, der nicht primär deinem Selbstschutz dient, sondern als Druckmittel eingesetzt wird, um das Verhalten deiner Mutter so zu verändern, wie du es dir wünschst. 

Das ist kein stabiler Boden für eine klare Entscheidung und genau deshalb taucht in solchen Fällen früher oder später auch wieder der Impuls auf, sich zu melden. Weil du den Kontakabbruch für dich gar nicht als Ende der Beziehung definiert hast, sondern dir davon den Anfang einer Beziehung erhoffst, die es nie gegeben hat und ganz realistisch gesehen auch nie geben wird. 

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Die harte Wahrheit: Kontaktabbruch und Gratulation widersprechen sich

Wenn du den Kontaktabbruch wirklich ernst gemeint hast, dann gibt es auf die Frage, ob du deiner Mutter zum Geburtstag gratulieren solltest, eine ziemlich klare Antwort.

Nein.

Weil du damit etwas tust, das in sich widersprüchlich ist und deine eigene Entscheidung und Autorität untergräbt.

Ein Kontaktabbruch bedeutet, dass du die Verbindung aktiv kappst, weil sie dir schadet. Dass du dich aus einer Dynamik rausziehst, die dich immer wieder verletzt, destabilisiert oder retraumatisiert.

Eine Geburtstagsnachricht hingegen ist nichts anderes als ein Kontaktangebot.

Und genau da liegt der Punkt: Du kannst nicht gleichzeitig sagen „Ich möchte keinen Kontakt mehr“ und im nächsten Moment doch wieder in Kontakt treten, auch wenn es sich noch so klein und harmlos anfühlt.

Deine Mutter wird das nicht als neutrale Geburtstagsnachricht sondern als Signal verstehen. Als Signal dafür, dass die Tür nicht wirklich zu ist, sie sich doch weiter bei dir melden kann und – das ist das schlimmste daran – dass deine Grenzen verhandelbar sind, weil du dir selber gar nicht so sicher bist, wo die überhaupt liegen. 

In meiner Arbeit mit hunderten Töchtern narzisstischer Mütter sehe ich immer wieder, dass sich nach so einer scheinbar harmlosen Nachricht sofort wieder alte Dynamiken einschleichen. Erwartungen entstehen (auf beiden Seiten), Antworten kommen, die dich emotional wieder reinziehen oder genau das Gegenteil passiert und du bekommst keine Reaktion, was die nächste Welle an Self-Gaslighting, Zweifeln und Gedanken auslöst.

Das reicht schon aus, um dich innerlich wieder zurückzuwerfen und einen großen Teil deiner bisher geleisteten Heilarbeit zu torpedieren. 

Deshalb ist die entscheidende Frage nicht, ob eine Geburtstagsnachricht objektiv „okay“ wäre, sondern ob sie im Einklang mit der Grenze steht, die du für dich gesetzt hast. 

Und wenn diese Grenze wirklich Kontaktabbruch ist, dann ist die Antwort ziemlich eindeutig.

Was realistisch passiert, wenn du gratulierst

Viele reden sich an dieser Stelle noch ein, dass es ja wirklich nur eine einmalige Ausnahme ist. 

Nur am Geburtstag, nur eine kurze Nachricht, nur um nicht als unhöflich, undankbar oder schwierig abgestempelt zu werden und damit man sich nichts vorwerfen lassen muss. Danach ist dann ganz sicher wieder Funkstille.

Das Problem ist nur, dass genau das in der Realität so gut wie nie so sauber funktioniert, wie man es sich im Kopf zurechtlegt.

Sobald du dich meldest, setzt du etwas in Bewegung, das du nicht mehr kontrollieren kannst.

Szenario 1: Freundliche Antwort

Vielleicht antwortet deine Mutter ganz normal und freundlich und für einen kurzen Moment fühlt es sich sogar so an, als wäre alles gar nicht so schlimm gewesen und als hättest du einfach maßlos übertrieben. Genau das ist aber brandgefährlich, weil es dein eigenes Erleben in Frage stellt (nennt sich “Self Gaslighting”) und dich sehr schnell wieder in die alte Hoffnung reinzieht, dass ihr vielleicht doch noch die liebevolle Mutter-Tochter-Beziehung haben könnt, die du dir immer gewünscht hast. 

All das birgt das hohe Risiko, dass du einknickst und den wohlüberlegten Schritt des Kontaktabbruches aus einer unüberlegten Übersprungshandlung rückgängig machst – gefordert durch etwas Manipulation und Lovebombing deiner narzisstischen Mutter. 

Auch wenn sich das im Moment der Übersprungshandlung wie das richtige anfühlt kann ich dir aus Erfahrung mit hunderten Kund:innen versichern: Das sind nur deine Stresshormone, dein auf deine Mutter konditioniertes Bindungssystem und du wirst es bereuen, deinen Kontaktabbruch rückgängig zu machen!

Szenario 2: Grenzüberschreitende Antwort

Vielleicht kommt aber auch eine Nachricht zurück, die subtil oder ganz offen grenzüberschreitend ist. Ein Kommentar, der dich trifft. Ein Vorwurf. Oder dieses typische passive-aggressive „Na, du lebst ja doch noch“ oder “Leider habe ich heute keinen schönen Geburtstag, da mir der liebste Mensch im Leben den Rücken zugekehrt hat”.

Szenario 3: Gar keine Antwort

Und vielleicht kommt auch einfach gar nichts – und wie sehr das reinklicken kann, unterschätzen viele komplett. Das aktiviert nämlich sofort wieder alte Muster und du fängst an zu überlegen, ob du etwas falsch gemacht hast, ob die Nachricht komisch formuliert war, ob du dich vielleicht doch hättest anders verhalten sollen.

Egal welches dieser Szenarien eintritt, das Ergebnis ist fast immer das gleiche: Du bist emotional wieder involviert und im Kopf voll und ganz bei deiner Mutter.

Du denkst wieder die ganze Zeit an sie, analysiert jedes gesagte und nicht gesagte Wort, jede Stille und du bist wieder ganz tief drin im inneren Strudel aus Rechtfertigung, Zweifel und Hoffnung.

Und genau das ist der Zustand, aus dem du dich mit dem Kontaktabbruch eigentlich befreien wolltest. 

Deshalb geht es bei der Frage, ob du deiner Mutter trotz Kontaktabbruch zum Geburtstag gratulieren solltest, nicht wirklich um eine einzelne Nachricht, sondern um die Reaktivierung einer intensiven Dynamik, die du eigentlich beenden wolltest.

Nicht du hast den Kontakt abgebrochen, sondern deine Mutter zu dir?

Es gibt noch eine Konstellation, die wir bisher nicht betrachtet haben, die aber extrem wichtig ist.

Nämlich die, in der deine Mutter den Kontakt zu dir abgebrochen hat, nicht du zu ihr. 

Sie hat dir mehr oder weniger klar signalisiert, dass sie derzeit keinen Kontakt mehr zu dir haben und dich nicht mehr in ihrem Leben haben möchte und jetzt stehst du vor ihrem Geburtstag und fragst dich, ob du ihr trotzdem wenigstens gratulieren solltest.

An dieser Stelle ist es wichtig, dass du einen Gedanken zulässt, der im ersten Moment unangenehm sein kann: Ein Kontaktabbruch ist immer eine valide Grenze – und zwar unabhängig davon, von wem sie gesetzt wurde.

Wenn du deine Mutter als Person wirklich respektierst oder sogar aufrichtig magst, dann bedeutet das auch, dass du ihre Grenze respektieren musst.

Auch dann, wenn sie dir weh tut.
Auch dann, wenn du sie nicht nachvollziehen kannst.
Auch dann, wenn ein Teil von dir sich wünscht, dass es anders wäre.

Gerade der Geburtstag ist ein Tag, an dem viele Menschen einfach ihre Ruhe haben oder mit ihren Liebsten verbringen wollen. 

Wenn du dich an diesem Tag meldest, obwohl deine Mutter den Kontakt zu dir beendet hat, dann überschreitest du genau diese Grenze und damit tust du im Prinzip genau das, was du deiner Mutter vermutlich selbst immer wieder vorgeworfen hast: Du stellst deine eigenen Bedürfnisse über die klar kommunizierte Grenze eines anderen Menschen.

Wünschst du dir also, dass andere Menschen deine Grenzen und Bedürfnisse und dich als Person respektieren, dann sollte dir dein Wertekompass eindeutig anzeigen, dass du das auch tun solltest – unabhängig davon, ob du die Grenze gut findest oder gar nachvollziehen kannst. 

Wann (wenn überhaupt) Ausnahmen Sinn machen

An dieser Stelle wäre es zu einfach, einfach nur zu sagen: „Auf gar keinen Fall gratulieren, egal was ist“ und das Thema damit abzuhaken.

Denn so klar die Antwort in den meisten Fällen ist, so wichtig ist es auch, dass du ehrlich prüfst, ob deine Situation wirklich in diese Kategorie fällt.

Es gibt nämlich Konstellationen, in denen die Frage nach einer Geburtstagsnachricht nicht darauf hindeutet, dass du deine Grenze untergräbst, sondern darauf, dass dein Kontaktabbruch vielleicht nie wirklich so ganz klar definiert war.

Low Contact statt Kontaktabbruch

Zum Beispiel dann, wenn du dich selbst in einem Low-Contact-Modell befindest und das auch bewusst so entschieden hast.

Wenn ihr ohnehin sporadisch Kontakt habt, Nachrichten austauscht oder in unregelmäßigen Abständen miteinander sprecht, dann ist eine Geburtstagsnachricht kein Widerspruch, sondern einfach eine Fortsetzung des bestehenden Kontaktlevels.

In diesem Fall geht es nicht um die Frage „Gratulieren oder nicht“, sondern um die viel grundlegendere Frage, ob diese Form von Kontakt für dich überhaupt funktioniert oder ob sie dich dauerhaft in einer Dynamik hält, die dir mehr Energie zieht als gibt.

Unsicherheit im Bezug auf den Kontaktabbruch

Eine andere Situation ist die, in der du merkst, dass du dir selbst mit deinem Kontaktabbruch nicht mehr sicher bist.

Nicht im Sinne von „Ich halte es gerade emotional nicht mehr aus, mit den schwierigen Gefühlen umzugehen und zurückgehen fühlt sich einfacher an“, sondern im Sinne von “Ich habe diesen Schritt vielleicht vorschnell gemacht oder aus einer Motivation heraus, die nicht wirklich aufrichtig war.

Dann ist die Frage nach dem Geburtstagsgruß kein isoliertes Thema, sondern ein Symptom dafür, dass du deinen gesamten Kontaktabbruch noch einmal sauber reflektieren solltest.

Spätestens dann ist der Punkt erreicht, an dem du aufpassen musst, dass du nicht ein Stellvertreterproblem kreierst, also versuchst, diese größere allgemeine Unsicherheit über die Beziehungsgestaltung zu deiner Mutter mit einer kleinen Handlung in Bezug auf ihren Geburtstag zu lösen.

Eine Geburtstagsnachricht wird dir die Unsicherheit darüber, ob der Kontaktabbruch richtig oder falsch war, nicht nehmen (im Gegenteil!), sondern dir höchstens kurzfristig das Gefühl geben, etwas „richtig gemacht“ bzw. dir nichts zu schulden kommen lassen zu haben, während die eigentliche Unsicherheit bestehen bleibt.

Wenn du also merkst, dass du innerlich schwankst, dann ist es deutlich sinnvoller, dir die Zeit zu nehmen, deine Entscheidung grundsätzlich zu überprüfen, anstatt sie an einem einzelnen Tag und einer einzelnen Nachricht festzumachen. Hilfe dabei findest du übrigens in meinem Entscheidungskompass (coming soon), in dem ich dich durch genau diesen Prozess führe.

Wie du mit ihrem Geburtstag umgehen kannst, ohne dich selbst zu sabotieren

Der Geburtstag deiner Mutter wird kommen, egal ob du dich meldest oder nicht. Das gilt übrigens auch für den nächsten Muttertag, das nächste Weihnachten, das nächste Ostern…you get the point.

Die eigentliche Frage ist also nicht, wie du diese Tage für sie möglichst „richtig“ gestaltest und dich so konform wie möglich mit den Erwartungen verhältst, die an dich als “gute Tochter” gestellt werden, sondern wie du diesen Tag so gestaltest, dass er dich nicht wieder zurück in alte dysfunktionale Muster zieht.

Denn genau dafür ist ein Kontaktabbruch ja da: um dir selbst einen Raum zu schaffen, in dem du zur Ruhe kommen kannst.

Und dieser Raum wird eben genau an solchen Tagen getestet.

Wichtig zu wissen: Schuldgefühle sind normal

Du kannst davon ausgehen, dass am Geburtstag deiner Mutter definitiv Gedanken kommen werden. Vielleicht auch Schuldgefühle oder der Impuls, doch kurz zum Handy zu greifen und „es einfach kurz hinter dich zu bringen“, weil das kurzfristig immer der einfachere Weg ist, mit deinen schwierigen Gefühlen und Gedanken umzugehen.

Dass diese schwierigen Gedanken und Gefühle kommen ist jedoch kein Anzeichen dafür, dass dein Kontaktabbruch die falsche Entscheidung war, sondern einfach ein ziemlich verbreiteter Hinweis darauf, dass die alten Konditionierungen und Dynamiken deiner Familie noch aktiv sind. 

Was du in diesem Moment tust, entscheidet maßgeblich darüber, ob du diese Konditionierungen aufrecht erhältst oder sogar weiter verstärkst oder langsam auflöst.

Das bedeutet ganz konkret: Du wirst an diesem Tag nicht wachsen oder etwas für dich zum Positiven verändern, wenn du einfach nichts tust und hoffst, dass es schon irgendwie vorbeigeht.

Unbequeme Gefühle als Chance für echtes Wachstum

Du hast an genau diesem Tag die Möglichkeit, aktiv eine andere Entscheidung zu treffen als die, die du dein ganzes Leben lang getroffen hast.

Nämlich nicht reflexartig auf Schuldgefühle, Druck oder innere Unruhe zu reagieren, sondern diese Zustände bewusst auszuhalten, ohne sie sofort „wegregulieren“ zu müssen, indem du deiner Mutter schreibst.

Das kann sich im ersten Moment extrem ungewohnt anfühlen, weil du damit gegen ein Muster arbeitest, das über Jahrzehnte aufgebaut wurde, aber genau dadurch entsteht Veränderung: Dadurch, dass du andere Entscheidungen triffst. 

Und gleichzeitig kann es sinnvoll sein, dich an diesem Tag ganz bewusst wieder mit dem Grund für deinen Kontaktabbruch zu verbinden.

Nicht in Form von Grübelschleifen oder indem du dir alles nochmal im Detail hochholst, sondern indem du dir klar machst, dass diese Entscheidung nicht aus einer Laune heraus entstanden ist, sondern aus einem Punkt, an dem es für dich nicht mehr anders ging.

Weil genau diese Klarheit in solchen Momenten schnell verloren geht, wenn alte Gefühle und Dynamiken wieder hochkommen und anfangen, deine Wahrnehmung zu verzerren.

Am Ende läuft die Frage danach, ob du trotz Kontaktabbruch deiner Mutter zum Geburstag gratulieren sollst, auf eine ziemlich klare Entscheidung hinaus:

Willst du dich kurzfristig entlasten, indem du eine Nachricht schreibst, die sich im ersten Moment vielleicht richtig anfühlt, dich aber mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder in eine Dynamik reinzieht, aus der du eigentlich raus wolltest?

Oder bist du bereit, diese kurzfristige Anspannung, Schuldgefühle und Selbstzweifel auszuhalten und damit langfristig genau das zu stabilisieren, was du dir mit dem Kontaktabbruch aufgebaut hast?

Wenn dein Kontaktabbruch eine ernst gemeinte Entscheidung für dich selbst war, dann ist die Antwort darauf eigentlich klar.

FAQ

Wenn du den Kontaktabbruch ernst gemeint hast, lautet die Antwort ganz klar: Nein. 

Eine Geburtstagsnachricht ist kein neutraler Akt, sondern ein Kontaktangebot und damit ein Widerspruch zu der Grenze, die du mit deinem Kontaktabbruch gesetzt hast.

In den meisten Fällen reaktivierst du damit genau die Dynamik, aus der du eigentlich aussteigen wolltest.

Entweder wirst du emotional wieder reingezogen oder du fängst an, deine eigene Entscheidung zum Kontaktabbruch zu hinterfragen und gerätst wieder in alte Muster aus Schuld, Zweifel und Hoffnung.

Nur dann, wenn du dich bewusst für ein Low-Contact-Modell entschieden hast.

Wenn dein Ziel echter Kontaktabbruch war, widerspricht eine „Ausnahme“ genau dieser Entscheidung, macht deine Grenze instabil und untergräbt deine Autorität.

Dann gilt das gleiche Prinzip:

Ein Kontaktabbruch ist eine Grenze und die solltest du respektieren, auch wenn sie von deiner Mutter gesetzt wurde. Dich trotzdem zu melden bedeutet, ihre Grenze zu überschreiten und genau das Verhalten zu zeigen, das du vermutlich selbst lange erlebt hast.

Meist hat das nichts mit Höflichkeit zu tun, sondern mit alten Konditionierungen.

Schuldgefühle, gesellschaftliche Erwartungen und die Hoffnung, dass sich doch noch etwas verändert, werden an solchen Tagen besonders stark aktiviert.

Jep, zumindest kurzfristig.

Genau darin liegt der Unterschied zu früher: Statt sie sofort zu „lösen“, indem du dich meldest, lernst du, sie auszuhalten und damit langfristig die Dynamik zu durchbrechen, die dich überhaupt erst in diese Situation gebracht hat.

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